Was sind die grössten Gefahren für die Psyche?

Depressionen und Burnout sind nur zwei Beispiele. Was gefährdet unsere seelische Gesundheit?

Es heisst, dass physische Erkrankungen abnehmen. Dafür leiden immer mehr Menschen an psychischen Störungen. Alleine in Deutschland sollen acht Mio. Menschen davon betroffen sein.

Damit sind psychische Erkrankungen bereits die häufigere Ursache für Krankenhausaufenthalte, noch vor Herzinfarkten und Rückenleiden.

Welche psychischen Störungen nehmen besonders stark zu?

Besonders häufig sind Depressionen, Burnout, Bipolare Störungen, Angststörungen, Neurosen, Dissoziative Störungen und Psychosen.

Depressionen

Eine Depression ist nicht einer dieser Tage, an denen wir besser im Bett bleiben. Eine Depression ist eine Erkrankung, die auch biologische Ursachen hat.

Der Mensch wird von einer Hoffnungslosigkeit beherrscht, die ihm jeden Antrieb nimmt und ihn in den Selbstmord treiben könnte. Bei der Depression ist die Suizidrate mit zehn bis 15 Prozent sehr hoch.

Vorbeugen ist schwierig, ebenso wie die Identifikation eines Auslösers. Dennoch gibt es Hilfe in Form einer Therapie mit Antidepressiva und einer psychotherapeutischen Behandlung.

Burnout

Eine andere Bezeichnung für das Burnout ist Ausgebranntheitssyndrom, oder Erschöpfungsdepression. Beide weisen auf die sowohl körperliche, geistige und seelische Erschöpfung hin.

Es finden sich Betroffene in allen Berufen oder Lebensbereichen, die sich ihrem Beruf, einer Lebensaufgabe oder einem Ziel intensiv widmen und sich dabei verausgaben. Leistungsorientierte Menschen sind häufig betroffen.

Besonders wichtig ist die Vorbeugung und das frühzeitige Erkennen eines Burnouts um mit Entspannungstechniken entgegenzuwirken, da ein Burnout in der Endphase eine langwierige Behandlung erfordert.

Bipolare Störungen

Diese psychische Erkrankung ist besser als manisch-depressiv bekannt. Betroffene bewegen sich zwischen einer „himmelhoch jauchzenden“ und einer „zu Tode betrübten Stimmung“. Hochgefühle wechseln sich mit Niedergeschlagenheit ab.

Doch auch für diese belastende Erkrankung gibt es Hilfe in Form einer medikamentösen und psychotherapeutischen Therapie.

Angststörungen

Angst ist eine unserer Grundemotionen. Bei Angststörungen ist dieses Gefühl entartet. Statt uns zu warnen vor einer Gefahr nimmt sie überhand.

Oft haben Betroffene grundlose Panikattacken. Auch diese können heute erfolgreich behandelt werden durch eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie.

Neurosen

Sie zählen bereits zu den psychischen Volkskrankheiten. Neurotiker besitzen oftmals ein gehemmtes Verhalten. Dann aber reagieren sie überspannt und ungewöhnlich.

Bei einer Neurose handelt es sich um eine ernste Erkrankung, die mit Depressionen und Angststörungen einhergehen kann. Betroffene sind sich ihrer Erkrankung bewusst. Durch Psychotherapie ist nicht nur eine Besserung sondern auch eine Heilung möglich.

Dissoziative Störungen

Damit wird eine Abspaltung des Bewusstseins bezeichnet. Der Erkrankung liegt ein ursprünglich gesunder Schutzmechanismus zugrunde. Während der Erkrankung kommt es zu einer verfälschten Wahrnehmung der eigenen Identität.

Die Betroffenen fühlen sich, als wenn sie neben sich stehen würden. Hinweise für dissoziative Störungen sind Sinnes- und Bewegungsempfindungsstörungen.

Diese psychische Erkrankung ist nur schwer von anderen neurologischen Erkrankungen unterscheidbar. So kann es zu Fehldiagnosen kommen. Sinnvoll ist eine Behandlung aus Psychopharmaka und Psychotherapie.

Psychosen

Wer unter einer Psychose leidet, verliert zeitweise jeglichen Bezug zu seiner Realität. Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen.

Es handelt sich um eine schwere Wahrnehmungsstörung. Die bekanntesten Symptome sind Halluzinationen und Wahnideen.

Es kommt zu einer Wesensveränderung der Erkrankten. Häufig wirken sie zerstreut und unruhig. Auch hier ist mit einer Kombination von Psychotherapie und Medikamenten eine fundierte Hilfe möglich.