Wird Stress zur Zuckerfalle?

Warum greifen wir bei Stress zur Schokolade? Wie können wir davon abkommen und wenn nicht, warum kann das gefährlich werden?

Macht Stress Zuckersüchtig?

Das Stressempfinden ist bei jedem Menschen anders und sehr individuell. Denn, was ist Stress? Der eine empfindet Stress bereits, wenn er am Morgen eine Viertelstunde später aufsteht als gewöhnlich und sich etwas beeilen muss.

Für andere bedeutet Stress und Hektik, wenn dauernd das Handy klingelt und damit immer die Angst vor etwas Unerwarteten im Raum steht und viele andere Beispiele.

Wer Stress empfindet, sollte zu Gegenmassnahmen greifen wie Entspannungspausen. Denn das was bei Stress krank macht, ist die Dauer. Es wird von chronischem Stress gesprochen, wenn wir also permanent angespannt sind und es keine Pausen mehr davon gibt.

Was passiert bei chronischem Stress?

Stress liegt in unserer Natur, wozu auch stressige Situationen, aber eben kein dauernder Stress gehört. Wenn wir im Dauerstress stehen, dann ist unser ganzer Körper aktiviert. Unsere Stressreaktion war eine Alarmbereitschaft und lebensrettend. War die Gefahr vorbei, folgte die Entspannung.

Heute folgt dem Stress, einer vollen Arbeitswoche, einem hektischen Alltag oft keine Pause mehr. Der Wechsel von An- und Entspannung findet nicht mehr statt. Wir bleiben immer angespannt.

Hat Stress etwas mit unserem Zuckerkonsum zu tun?

Neben verschiedenen Gehirnfunktionen wird auch die Nebenniere bei Stress aktiviert. Dort wird Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.

Damit sind verschiedene körperliche Reaktionen verbunden, die auf Dauer schädlich sind wie Bluthochdruck, erhöhter Muskeltonus und die Ausschüttung von Zucker ins Blut.

Stress Zuckerfalle / Steve Buissinne from Pixabay
Stress Zuckerfalle / Steve Buissinne from Pixabay

Nachschub nach Zucker?

Die Ausschüttung von Zucker setzt Energie frei. Doch die leeren Speicher müssen wieder aufgefüllt werden. Dadurch entsteht ein Hungergefühl und die bekannten Heisshungerattacken, weil der Zucker schnell geliefert werden sollte.

Diese Reaktion wird durch das Hormon Cortisol verursacht, das den Blutzuckerspiegel erhöht und wir Appetit oder Heisshunger bekommen.

Mit der Zuckeraufnahme wird auch Insulin aktiviert, wodurch es zu einer Speicherung der überschüssigen Energie kommt.

In alter Zeit war dies eine gute Körperfunktion, da damit Energie für die Flucht bereitstand und entsprechend verbraucht wurde.

Macht Stress dick?

Unser Stress hat heute andere Ursachen. Oft spielt er sich sitzend am Schreibtisch ab. So wird die bereitgestellte Energie abgespeichert statt verbraucht.

Dies findet vor allem am Bauch und um die Organe herum statt und ist als viszerales Fett und besser als Bauchfett bekannt.

Es ist weniger ein Schönheitsfehler als vielmehr ein Gesundheitsrisiko. Das Fettgewebe besitzt eine hormonelle Aktivität und kann Stoffwechselerkrankungen fördern oder zu Entzündungen führen.

Ist der Cortisolspiegel ständig erhöht, können Erkrankungen wie Diabetes mellitus und das Metabolisches Syndrom entstehen und ebenso ein Herzinfarkt ausgelöst werden.

Wie können wir den Stress unterbrechen?

Ein Schokoriegel reicht also nicht um den Stress zu unterbrechen. Wir müssen unseren Stress in den Griff bekommen, Ursachen erkennen, vermeiden und ihn vor allem nicht mit Zucker folgenreich versüssen.