Wird die Erschöpfungsdepression zu einer Zerreissprobe für Beziehungen? Haben Partnerschaften bei Burnout eine Chance?

Wie kann ein Partner mit Burnout unterstützt werden?

Steht die Diagnose Burnout beim Partner fest, dann können sich Angehörige auf eine schwierige Zeit einstellen. Einerseits schafft die Diagnose zwar Klarheit, denn auch die Frühphasen und unspezifischen Symptome der Erschöpfungsdepression sind nicht nur für den Betroffenen eine Belastung.

Andererseits ist ein Burnout meist nur langfristig und auf verschiedenen Ebenen zu behandeln. Das ist für Partner und Familie nicht nur eine neue Situation sondern eine Herausforderung, mit der viele nicht wissen umzugehen.

Der Grund liegt darin, dass ein Burnout nicht greifbar ist und sich das Umfeld fragt, wie es dem Betroffenen helfen kann.

Burnout-Patienten sind weniger und vor allem nicht mehr belastbar, wie es einmal war. Sie sind niedergeschlagen oder reizbar und ziehen sich zurück. Der andere Partner scheitert oft daran, den Partner aus dieser Isolation zu holen und dadurch wird das Burnout zu einer Belastungsprobe für die Beziehung.

Burnout statt Alltag?

Der Alltagstrott wird von der Erschöpfungsdepression überschattet. Statt gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Freizeitaktivitäten erlebt der gesunde Partner Ablehnung und Rückzug.

Wie soll ich als gesunder Partner auf das Burnout reagieren?

Der gesunde Partner muss sich klar machen, dass das Burnout eine Ausnahmesituation verursacht hat. Dem erkrankten Partner sollte mit Verständnis und Grosszügigkeit begegnet werden, so schwer es in manchen Situationen auch fällt.

Er sollte für sich Freiräume schaffen, die ihn Platz zum Aufatmen und entspannen geben, um die oft negativen Reaktionen wie Zynismus oder Zorn zu verarbeiten.

Wie wichtig sind die Bedürfnisse der Familie?

Es ist ganz wichtig, dass bei einem Burnout in der Familie, dennoch auf die Bedürfnisse aller Angehörigen geachtet wird.

Während der Burnout-Therapie des Familienangehörigen ist es wichtig, wieder zu einer Alltagsroutine zurück zu finden, in der das Burnout nicht den Tagesinhalt massgeblich bestimmt sondern Teil davon ist.

Damit wird nicht nur dem Betroffenen geholfen, der nicht nur über die Erkrankung definiert wird, sondern entlastet auch den Rest der Familie.

Was heisst offene Kommunikation bei einen Burnout?

Es ist wichtig, auf eine offene Kommunikation zu setzen. Häufig schafft das Burnout eine Distanz, weil sich die Betroffenen zurückziehen. Es ist wichtig durch die offene Kommunikation dies wieder zu verringern.

Hilfen hierfür finden sich u. a. in Burnout-Foren und Selbsthilfegruppen, wo sich Betroffene untereinander austauschen können und auch Experten mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Erschöpfungsdepression ist für eine Partnerschaft oder Familie eine grosse Belastung. Sie kann daran jedoch auch gestärkt hervorgehen.