Ist dein Mund schon wieder offen?

Bekommst du ausreichend Luft durch deine Nase? Fühlt sich dein Mund oft trocken an? Kennst du die Atemtherapie nach Buteyko?

Es kommt schon einmal vor, dass der Atem weg bleibt: ein Schreck, Stress oder Druck können das natürliche Atemmuster stören. Oft beginnen wir dann durch den Mund statt durch die Nase zu atmen. Das kann auf Dauer die Gesundheit belasten.

Wie kommt es zur Mundatmung?

Wenn wir gestresst sind, dann ist das eine Anforderung an unseren Organismus und wir benötigen mehr Sauerstoff. Unser Körper reagiert, indem wir schneller und voller atmen. In der Regel wechselt dann unsere Atmung von der Zwerchfellatmung zur Brustatmung hoch. Das ist bei kurzfristigem Stress durchaus sinnvoll. In der Entspannung wird wieder auf Bauchatmung geschalten.

Atmung im Stress-Modus?

Unsere Atmung bleibt heute allerdings oft im Stress-Modus. Eine stressige Situation oder Aufgaben, die zügig, wenn nicht schnellstens erledigt werden sollten, reihen sich aneinander. Im wahrsten Sinne des Wortes, schaffen wir es nicht mehr die Atmung herunterzufahren.

Indem wir stark durch den Mund ausatmen, verlieren wir zu viel Kohlendioxid. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlendioxid.

Sauerstoff und Kohlendioxid

Normalerweise verbinden wird die Atmung mit dem Sauerstoffgehalt im Blut. Ebenso wichtig ist der Gehalt an Kohlendioxid im Blut. Er muss 5 Prozent betragen, damit genügend Sauerstoff vom Blut in die Zellen gelangt (Bohr-Effekt).

Bei einer ungenügenden Menge reagiert der Körper und lässt z. B. die Atemwege anschwellen. Die Nase wird dicht oder der Brustkorb fühlt sich eng an. Aber durch das Gefühl der Enge atmen wir noch mehr durch den Mund, wodurch ein Teufelskreislauf entsteht, den der Körper nicht ausgleichen kann.

Wie schadet uns die Mundatmung?

Die Mundatmung kann eine ganze Reihe gesundheitlicher Belastungen fördern wie die Infektanfälligkeit der oberen Atemwege, auch Asthma und Heuschnupfen. Schnarchen und eine Schlafapnoe können auch damit zusammenhängen.

Es ist falsch anzunehmen, dass wir viel Sauerstoff brauchen. Wir benötigen eher weniger Atemluft. Zudem dürfen wir eine volle, voluminöse Atmung nicht mit einer tiefen Atmung wie der Zwerchfellatmung verwechseln.

Atmen wir falsch?

Schon im Kindesalter gewöhnen sich viele Menschen die Mundatmung an, die zu Konzentrationsstörungen und anderen Gesundheitsstörungen bis hin zu Ohrenproblemen führen kann.

Bei einer Mundatmung, und das nicht nur bei Kindern, sollte die Ursache gesucht werden. Neben der Behandlung der Ursache, sollte wieder gelernt bzw. sich die Mundatmung angewöhnt werden. Möglich ist das durch die Buteyko-Methode.

Wie kann die Buteyko-Therapie helfen?

Mit der Buteyko-Atemtherapie kann eine ruhige und gleichmässige Atmung durch die Nase antrainiert werden. Der erste Schritt ist die Umstellung von der Mund- auf die Nasenatmung.

Dadurch wird eine Minimierung des Atemvolumens erreicht, da die Atemwege der Nase viel enger sind. Dadurch erhöht sich der Kohlendioxidgehalt im Blut wieder. So erreicht mehr Sauerstoff die Zellen, wie auch das Gehirn.

Der nachfolgende Schritt ist die Entspannung des Atems. Hier gehört ebenfalls die Reduzierung des Atemvolumens dazu. Zur Therapie gehört es, in anstrengenden Momenten wie beim Sport oder Treppensteigen nicht ausser Atem zu geraten.