Der Tunnelblick oder da muss ich durch!!!

Gehört der Tunnelblick zu den Burnout-Symptomen? Was sagt er aus? Kann eine Erschöpfungsdepression bei diesem Symptom noch abgewendet werden?

Was ist ein Tunnelblick?

Das Burnout hat eine Reihe von unspezifischen Symptomen bis hin zu massiven, die sich in den fortgeschrittenen Phasen der Erschöpfungsdepression zeigen.

Dabei handelt es sich um Schutzmassmassnahmen, Scheuklappen aufsetzen und irgendwie durchkommen oder – direkt ins Burnout?

In Bezug auf die Erschöpfungsdepression wird von einem Tunnelblick gesprochen, wenn Menschen nicht mehr fähig oder unwillig sind, ihre Umwelt wahrzunehmen, die ausserhalb von dem absolut Notwendigen liegt.

Fehlt die Kraft?

So als wenn sie Scheuklappen aufsetzen würden, richten sie ihren Blick oder besser ihre Aufmerksamkeit nur noch auf das Notwendigste.

Zu mehr fehlt einfach die Kraft. Damit erwecken Burnout-Erkrankte oft einen lethargischen Eindruck, dabei sind sie innerlich extrem angespannt und gestresst.

Burnout – ist das emotionale Gehirn überlastet?

Neurobiologisch handelt es sich bei einem Burnout im fortgeschrittenen Stadium um eine hochgradige Überreizung des natürlichen Alarm-Anspannungssystems und einer permanenten Überlastung des emotionalen Gehirns (Limbisches System).

Durch die Überlastungen werden die Botenstoffe reduziert. Es kommt zu einem Mangel des Gute-Laune-Hormons Serotonin sowie des Motivationshormons Dopamin und Opioiden, natürlichen Schmerzkillern.

Ebenso fehlt es an dem Freundschaftshormon Oxytocin, das uns offener und unserer Umwelt zugewandter macht.

Indem das emotionale Gehirn durch das Burnout überfordert ist, werden die Betroffenen traurig, unsensibel nach aussen und doch überempfindlich gegenüber Kritik. Sie werden lustlos und verschliessen sich.

Nach innen hin fühlt sich der Burnout-Erkrankte total angespannt, ein seelisches Gemetzel ohne ein Ende in Sicht.

Diese Situation sorgt für Scham. Es ist etwas Unbekanntes, was diese Menschen, die für gewöhnlich im Leben stehen, nicht an ihnen kennen und schon gar nicht zugeben wollen. Besser einen Tunnelblick einnehmen und durch.

Was, wenn der Tunnelblick anhält?

Wir alle schalten einmal auf Tunnelblick, wenn wir uns auf etwas konzentrieren müssen, wenn etwas Priorität hat und zügig erledigt werden sollte. Für gewöhnlich handelt es sich aber um einen begrenzten Zeitraum.

Ein anhaltender Tunnelblick als Symptom einer Erschöpfungsdepression ist ein höchst alarmierendes Signal.

Es sollte ernst genommen und schnellstens Hilfe gesucht werden, denn am Ende dieses Tunnels gibt es kein Licht.